Mohamed El Masry zählt zu den prägenden künstlerischen Stimmen einer forschungsbasierten, analytischen Gegenwartskunst. Seit über zwei Jahrzehnten entwickelt der 1978 in Kairo geborene Künstler eine Praxis, die sich konsequent zwischen Recherche, Experiment und kritischer Reflexion bewegt. Heute lebt und arbeitet El Masry zwischen Dubai, Beirut und Kairo – geografische Knotenpunkte, die nicht nur seinen Alltag, sondern auch seine künstlerische Denkweise strukturieren.
Im Zentrum seiner Arbeit steht die Transformation von Informationen, Symbolen und alltäglichen Beobachtungen in visuelle Systeme. El Masry versteht Geschichte nicht als lineare, abgeschlossene Erzählung, sondern als dynamisches Feld, geprägt von Machtverhältnissen, Deutungen und Zirkulation. Seine Werke laden dazu ein, dominante Narrative von Geschichte, Politik und Geografie zu hinterfragen und neu zu lesen.
Charakteristisch für El Masrys Ansatz ist die Verbindung von kritischer Analyse mit subtiler Ironie. Er arbeitet mit vertrauten ebenso wie mit fremden Zeichen, die er aus ihrem ursprünglichen Kontext löst und als Werkzeuge des Fragens neu einsetzt. Dabei nutzt er fortgeschrittene industrielle und systematische Produktionsprozesse. Reproduktion und Kodifizierung sind für ihn keine Nebenprodukte, sondern zentrale Strategien zur Erzeugung nachhaltiger künstlerischer Wirkung.
Ein wesentlicher Bestandteil seiner Methodik ist die intensive Online-Recherche zu globalen Phänomenen. Gesammelte Daten und Informationen übersetzt El Masry in eine visuelle Sprache, in der akademische Forschung und gelebte Erfahrung ineinandergreifen. Kunst fungiert hier nicht als Illustration, sondern als analytischer Rahmen.
El Masrys Arbeiten wurden international in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt, darunter Ras Beirut im Französischen Kulturzentrum in Alexandria (2025), El-Takabea im Cairo International Art District – CIAD (2021), Cocartography in der UBUNTU Art Gallery in Kairo (2020) sowie Prayers in Oslo (2019). Frühere Projekte wie We Are the End of the World (Kairo, 2013) und Breaking News (Druskininkai, Litauen, 2012) markieren wichtige Stationen seiner Entwicklung.
Darüber hinaus nahm El Masry an bedeutenden internationalen Biennalen teil, darunter die Beijing Biennale (2008, 2010, 2012), die Asian Art Biennale in Dhaka (2016, 2018), die Berlin Biennale (2012), die Aurora Biennale in Malmö (2022) sowie die Internationale Biennale für das Künstlerbuch an der Bibliotheca Alexandrina (2018). 2008 wurde er bei den Olympischen Spielen in Peking mit der Olympischen Goldmedaille für Kunst ausgezeichnet.
Gerne lade ich Sie ein, an dem Online-Gespräch mit Mohamed El Masry teilzunehmen.
Das Gespräch findet am 04. Februar um 19:00 Uhr (Berliner Zeit) statt.
Bitte melden Sie sich zur Teilnahme per E-Mail unter info@kk-tr.de an.

