Die Schauspielerin und Kulturakteurin Ute Maria Lerner – Kunst als gelebter Weg

1. März 2026

Eine künstlerische Vita, die sich über mehr als vier Jahrzehnte erstreckt, lässt sich nicht vollständig erzählen — sie ist geprägt von Wandlung, Mut, künstlerischer Suche und der konsequenten Entscheidung, einen eigenen kreativen Weg zu gehen. Ute Maria Lerner gehört zu jenen Künstlerinnen, für die Kunst nicht Beruf, sondern gelebte Haltung ist.

Geboren 1963 in Hachenburg und aufgewachsen im Westerwald, entdeckte, nachdem sie schon als Teenagerin viel gemalt hat, aber schnell ihre Leidenschaft für die darstellende Kunst. Nach dem Abitur studierte sie zunächst Pantomime bei Milan Sladek und Samy Molcho. Die intensive körperliche Ausdrucksarbeit führte jedoch zu einer entscheidenden Erkenntnis: Sprache sollte ihr wichtigstes künstlerisches Mittel werden. Es folgte ein Studium der Romanistik sowie parallele Arbeit in freien Schauspielgruppen und eine Hospitanz am Düsseldorfer Schauspielhaus.

1984 begann sie ihre Schauspielausbildung an der Schauspielschule Johanna Leistikow in Düsseldorf, die sie 1988 erfolgreich abschloss. Bereits während des Studiums erhielt sie ihr erstes Engagement an den Wuppertaler Bühnen — der Beginn einer kontinuierlichen Theaterarbeit. Im festen Bühnenengagement war sie dann von 1990 bis 1996 bei den vereinigten Bühnen Krefeld Mönchengladbach.

Seit 1996 arbeitet Ute Maria Lerner als freischaffende Schauspielerin für Bühne, Film und Fernsehen. Sie wirkte in über 60 Film- und Fernsehproduktionen mit und arbeitete unter anderem mit Regisseurinnen und Regisseuren wie Doris Dörrie, Roland Suso Richter und Marc Rothemund oder Sherry Hormann zusammen. Einen besonderen internationalen Erfolg erzielte sie 1999 in Italien mit der Hauptrolle der Sorella Federica im Zweiteiler Le Ali della Vita unter der Regie von Stefano Reali.

Zu ihren Film- und Fernsehproduktionen zählen unter anderem: Harte Jungs (Kino) – Männer wie wir (Kino) – Groupies bleiben nicht bis zum Frühstück (Kino) – Großstadtrevier – Die Camper – Familie Heinz Becker – Die Anrheiner – Natalie – der Babystrich – Ich bin ein Berliner (SAT.1) – Eigene künstlerische Programme:

Ihr Schwerpunkt lag seit 2001 auf der Verbindung von Literatur, Musik und interkulturellem Dialog und eignen Projekten.

In bislang fünfzehn eigenen Programmen entstanden performative Abende zwischen Schauspiel, Lesung und musikalischer Interpretation. Besonders hervorzuheben sind:

ein literarisch-musikalischer Abend über Erika und Klaus Mann, der seit nun fünfundzwanzig  Jahren , also einem Viertel Jahrhundert gemeinsam mit Mark Weigel präsentiert wird,

Ciao, Anna! — die erste deutsche Hommage an Anna Magnani, 2003 zum 30.Todestag der Schauspielerin uraufgeführt und 2006 im Rahmenprogramm der Berlinale präsentiert.

2023 wurde ihre Magnani Fotoausstellung zum 50. Todestag noch einmal in Deutschland gezeigt.

Weitere Produktionen wie zum Beispiel vier literarisch musikalische Städteportraits, oder Vögel fliegen ohne Koffer, SENT oder zuletzt :Olfacio ergo sum zeigen ihre kontinuierliche Suche nach neuen erzählerischen und kulturellen Perspektiven, und spiegeln ihre stetige Auseinandersetzung auch mit den großen Fragen der Menschheit wie zum Beispiel in SENT.

Seit 2012 realisiert Ute Maria Lerner unter ihrem eigenen Label UMAPROJECTS unabhängige Kulturformate und transdisziplinäre Projekte. Ziel ist es, Kunst als Raum der Begegnung, des Dialogs und der gesellschaftlichen Reflexion zu gestalten.

Die UMA Talks sind ein Live-Talkformat, das Künstler:innen, und gesellschaftliche Impulsgeber:innen und Kulturkreative und Publikum an besonderen Orten zusammenbringt — von Kulturhotels bis zu außergewöhnlichen Veranstaltungsorten. Diese Format hat UMA 2012 in Köln ins Leben gerufen.

Darüber hinaus betreibt sie eine Plattform für außergewöhnliche Orte weltweit: Retreats, Eco-Lodges, Boutique- und Designhotels sowie nachhaltige Kulturorte. Das Projekt versteht sich als kulturelles Empfehlungsnetzwerk.

Mit dem Blauen Salon in Müschenbach schuf Ute Maria Lerner 2016 einen intimen Kulturraum in ihrem Elternhaus. Inspiriert vom historischen Pariser Salon der Marquise Catherine de Rambouillet schlägt das Projekt symbolisch eine Brücke zwischen Westerwald und Paris — einer Stadt, zu der die Künstlerin seit ihrer Jugend eine besondere Verbindung hat.

Der Blaue Salon ist heute ein lebendiger Treffpunkt für: literarisch-musikalische Abende, Lesungen und Buchvorstellungen, Konzerte im kleinen Rahmen, Workshops, Seminare und kulinarische Kulturveranstaltungen. Durch ihre langjährige Arbeit als Schauspielerin und Kulturmanagerin entstand hier ein weitreichendes Netzwerk internationaler Künstlerinnen und Künstler. Die Arbeit von Ute Maria Lerner bewegt sich bewusst zwischen Bühne, Film, Literatur und kultureller Vermittlung. Ihre Projekte verbinden künstlerische Praxis mit kulturellem Austausch über Grenzen hinweg — persönlich, nahbar und interdisziplinär. Im Zentrum steht dabei stets die Frage: Wie kann Kunst Menschen zusammenbringen und neue Perspektiven eröffnen? Ihre neuste Leidenschaft ist die Welt der Düfte.. aber vielleicht wird sie uns davon mehr erzählen im Gespräch.

Am Sonntag 01.03.2026 um 15 Uhr (Berliner Zeit)

Für die Teilnahme bitte per E-mail: info@kk-tr.de

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Hanaa Malallah
Chair
2011

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